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Heustreu - St. Michael Schutzengel  > Pfarrei

Geschichte der Pfarrei Heustreu


Bis 1436 war Heustreu eine Filiale der Pfarrei Hollstadt, die wiederum zur Mutterpfarrei Brend gehörte. 1436 wurde Heustreu die Stiftung einer Frühmesse genehmigt, verantwortlich war aber nach wie vor der Pfarrer von Hollstadt. Nach den Wirren der Reformation und der in Heustreu erfolgreichen Gegenreformation unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn wurde 1587 die Pfarrei Heustreu errichtet. Die Pfarrkirche wurde 1600 erbaut, nachdem die bis dahin genutzte Kirche zu klein geworden war. Am 2. Januar 1601 wurde die Kirche der „Glückseligen Jungfrau Maria“ geweiht. Der typische Julius-Echter-Turm wurde 1617 durch Erhöhung des vorhandenen Kirchturmes geschaffen, nachdem 1609 die Gemeinde erklärte, „sie könne den Kirchthurm nicht bauen, weil sie all ihr Geld aufs Wirthshaus neu zu bauen gewendt habe“. 1697 wurde das jetzige Pfarrhaus durch das Kloster Bildhausen erbaut. Lange Zeit wirkten in der Pfarrei Priestermönche dieses Klosters. Anfang des 20. Jh. wurde das Pfarrgrundstück durch Zukauf vergrößert.

Michaelskapelle
Michaelskapelle

Aus dem 14. Jahrhundert stammt das einmalige Kleinod „Michaelskirche“ auf dem gleichnamigen Berg. Ein früherer Kirchenbau kann auch hier vermutet werden. Mit den Fresken im Altarraum und nach der fachmännischen Restaurierung in den letzten Jahren ist diese Kirche einen Besuch wert. Verstärkt finden nun wieder Gottesdienste und kulturelle Veranstaltungen hier statt.
Eine Sage berichtet, dass die Michaelskapelle ursprünglich auf einem anderen Berg errichtet werden sollte, das Baumaterial sei jedoch auf wunderbare Weise mehrmals nächtens immer wieder auf den Michaelsberg „überbracht worden“. Dieses Sagenmotiv ist jedoch sehr häufig zu finden und kaum typisch für diese Kirche. Eine zweite, originellere Sage berichtet, daß die Schweden Heustreu verschont hätten, nachdem ihnen der Erzengel Michael, auf einem Pferd um die Kapelle reitend, gehörig Angst und Schrecken eingejagt hatte. Der Michaelstag am 29. September wurde bis Mitte des letzten Jahrhunderts als hoher Feiertag begangen, danach ging seine Bedeutung leider zurück, nicht zuletzt wegen des im selben Monat gefeierten Schutzengelfestes, dem Patrozinium der neuen Pfarrkirche.

Die alte Kirche war den Hl. Drei Königen geweiht. Die wunderschönen Altäre der alten Pfarrkirche mit der Darstellung der Drei Könige schmücken heute die Pfarrkirche St. Nikolaus in Geldersheim bei Schweinfurt.
 Ein weiteres Gotteshaus ist die kleine Veitskapelle aus dem 15. Jahrhundert. Alljährlich zum Gedenktag des hl. Vitus (15. Juni) wird hier im Wiesengrund  seit langem ein Gottesdienst gefeiert.
1956/57 wurde die Pfarrkirche neu erbaut und am 17. November 1957 offiziell dem Hl. Michael geweiht. Obwohl die Schutzengel nur beiläufig auf einem Zusatzdokument erwähnt werden, gilt die Kirche allgemein als „Kirche zu den hl. Schutzengeln“. Eine umfassende Umgestaltung steht dieser Kirche in den nächsten Jahren bevor. Umfangreiche Sanierungsaufgaben, die zurückgehende Zahl von Kirchenbesuchern, der dadurch schwierigere Unterhalt und auch gewandelte Vorstellungen von einem Raum für liturgische Feiern machen dies unumgänglich.
Zu Beginn der 50er Jahre wurde die alte Pfarrscheune von der neu gegründeten Kolpingsfamilie zu einem „Jugendheim“ ausgebaut. 1996/97 wurde hier ein neues Pfarrheim erbaut, das seither neben der Kirche Mittelpunkt des pfarrgemeindlichen Lebens ist.
Wer mehr über die Geschichte Heustreus und auch der Pfarrei St. Michael erfahren möchte, sei auf das Buch „950 Jahre Heustreu 1057 - 2007“ verwiesen, das beim Bürgermeister erhältlich ist. Besonderer Dank gilt dem ortsansässigen Historiker Dr. Heinrich Wagner für die fundierte Aufarbeitung der ältesten derzeit bekannten Dokumente.
Nachdem die Pfarrei von 1980 - 2006 durch die Missionare von der Heiligen Familie des Klosters in Lebenhan betreut wurde (Pfarrverweser), ist seit dem 1. September 2007 mit Frank Mathiowetz wieder ein Diözesanpriester in unser ebenfalls neu renoviertes Pfarrhaus eingezogen. Heustreu wird auch Verwaltungssitz der zukünftigen Pfarreiengemeinschaft sein.